Bäume speichern CO2 und ihre Früchte dienen den Gemeinschaften vor Ort. Was wir aber auch nicht vergessen dürfen: Überall auf der Welt bieten sie Unterschlupf sowie eine sichere Kinderstube für verschiedenste gefährdete Tierarten.
Wir sehen bei unseren Projekten immer wieder, dass sich die Tierbestände infolge der Pflanzungen zu erholen beginnen. So ist die Freude stets groß, wenn wir von unseren Partnern Updates zu neuen Bewohnern bekommen. Die spannenden Aufnahmen der faszinierenden (und manchmal auch einfach nur komischen) Kreaturen sind jeden Blick wert.
Hier zeigen wir ein paar Beispiele, welche Tierarten durch Ecosia-Bäume angelockt werden.
Bären (Rumänien)
In den rumänischen Karpaten arbeiten wir mit TransyImagica zusammen, um Haine aus mastproduzierenden Bäumen (Buchen und Eichen) und Obstbäumen (Wildbirne, Holzapfel, Wildkirsche und Kirschpflaume) für Bären zu pflanzen.

Die grundsätzlich in hohen Lagen lebenden Bären suchen nämlich im Herbst die tiefergelegenen Dörfer auf, um sich ausreichend Speck für den Winterschlaf anzufressen – insbesondere Jungtiere bringen sich dadurch in Gefahr. Wenn sie aber in den Hainen auf ihrem Weg ins Tal ausreichend Futter finden, müssen sie gar nicht erst in die Nähe der Menschensiedlungen.

Das Team von TransyImagica hat in der Nähe der Pflanzungen Wildtierkameras aufgestellt, die nicht nur Bären, sondern eine große Vielzahl verschiedener Tiere, darunter Fuchswelpen, Wölfe, Rotwild, Baummarder und Luchse festgehalten haben.
Video von Fuchswelpen und einem Braunbären, Kamerafalle von TransyImagica
Orang-Utans (Indonesien)
Gemeinsam mit Yayasan Forum Konservasi Leuser (FKL) / Wildlife Asia in Indonesien beleben wir das Leuser-Ökosystem in Sumatra mittels natürlicher Regeneration und Agroforstwirtschaft wieder. Palmöl-Monokulturen werden dabei allmählich wieder durch Mischwälder ersetzt. Dazu verwenden wir Samen aus dem benachbarten Wald, um das ursprüngliche Ökosystem wiederherzustellen. Bisher wurden in diesem Projekt fast 1,5 Millionen Bäume gepflanzt.
Dieser einzigartige Biodiversitäts-Hotspot gilt als einer der bedeutendsten Wälder Südostasiens und ist das einzige Stück Erde, wo sich Orang-Utans, Tiger, Elefanten und Nashörner den Lebensraum teilen.
Kamerafallen an diesen Standorten haben neue Populationen von Sumatra-Tigern, Gibbons, Fasanen, Nashornvögeln, Loris und Orang-Utans gefilmt und zeigen, dass natürliche Lebensräume, mehr Biodiversität und ein gesundes Ökosystem Hand in Hand gehen.

Jaguare und Goldene Löwenäffchen (Brasilien)
Im brasilianischen Bundesstaat Paraíba arbeiten wir mit unserem Partner Centro de Pesquisas Ambientais do Nordeste (CEPAN) daran, einen Waldkorridor herzustellen, der unverzichtbare Lebensräume für gefährdete Primaten – darunter Goldkapuziner und Goldene Löwenäffchen – im Atlantischen Regenwald verbindet. Die Initiative bildet auch die lokale Bevölkerung im Heranziehen von Setzlingen aus, was sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich nachhaltig wirkt.
Wir arbeiten auch mit Instituto de Pesquisas Ecológicas (IPÊ) zusammen, um die verbleibenden Waldstücke im Pontal do Paranapanema zu verbinden. Heute sind nur noch 1,85 % der ursprünglichen Fläche des Atlantischen Regenwalds übrig. Daher sind diese Korridore für die Tierwelt von unermesslichem Wert, um sicher nach Nahrung, Unterschlupf und Fortpflanzungspartnern zu suchen. Das laufende Umweltmonitoring von IPÊ zeigt, dass das Verbinden der Waldstücke die Erholung der Biodiversität in dieser fragmentierten Landschaft maßgeblich beschleunigt.
Die wiederhergestellten Korridore vergrößern den Lebensraum für seltene und gefährdete Tierarten wie das nur hier vorkommende Rotsteißlöwenäffchen oder Jaguare, Ozeloten, Pumas, Tapire, Halsbandpekaris, Königsgeier und Gelbbrustaras.


Lemuren (Madagaskar)
Mit über 200 000 Arten, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt, ist Madagaskar ein regelrechter Biodiversitäts-Hotspot. Zu den madagassischen Unikaten gehören die Lemuren – Feuchtnasenprimaten mit über 100 verschiedene Arten. Je mehr der Wald auf der Insel jedoch zerstückelt wurde, umso größer wurde die Bedrohung durch Feuer, Krankheiten und Inzucht.

Katta (Foto: Silvia Battisti), Lavasoa-Fettschwanzmaki (Foto: Jacques Rakotondranary)
Unsere Partner von Tropical Biodiversity & Social Enterprise (TBSE) pflanzen Bäume am Rand von Siedlungen, um die verbleibenden Flecken Wald miteinander zu verbinden und bedeutenden Lebensraum für Wildtiere, darunter sieben Lemurenarten, wiederherzustellen. Die zwei Jahrzehnte Erfahrung von TBSE in der Regeneration der lokalen Flora ist für den Schutz der Lemuren von unschätzbarem Wert.
Dank dieser neuen Korridore gelangen Tiere nun von einem Waldstück zum nächsten, finden leichter Futter und Fortpflanzungspartner und verteilen dabei überall Pollen und Samen.


Halsbandmaki (Foto: Marco Campera), Mausmaki – TBSE
Schimpansen und Gorillas (Uganda/Tansania)
In Uganda gibt es nur mehr 5000 Schimpansen und ihr Lebensraum wird aufgrund des steigenden Bedarfs an Holzkohle und Feuerholz immer kleiner. Wenn die Schimpansen für die Futtersuche den Wald verlassen müssen, sind Konflikte mit den Farmer*innen vorprogrammiert. Wir arbeiten mit dem Jane-Goodall-Institut in Uganda und Tansania zusammen, um Korridore zu pflanzen, die verbliebene Waldstücke miteinander verbinden und den Schimpansen die Suche nach Nahrung und Fortpflanzungspartnern erleichtern. Die gemeinsame Bilanz der beiden Projekte: über 3,2 Millionen gepflanzter Bäume und 59 Baumschulen, in denen heimische Setzlinge herangezogen werden.
Die Arbeit des Jane-Goodall-Instituts setzt an zwei Stellen an: Junge Leute für die Bedeutung von Bäumen sensibilisieren und Korridore zwischen Wäldern pflanzen, damit sich die Schimpansen wieder frei bewegen können. Mit dem wachsenden Wald kehren auch verlässliche Wasserquellen für nahegelegene Gemeinschaften zurück.

In der Region Bwindi schützen wir die Habitate von Gorillas. In Bwindi sind rund 450 Berggorillas beheimatet – fast die Hälfte der weltweiten Population. Ihre Zahlen wachsen zwar, aber ihr Lebensraum nicht.
Mit Change A Life Bwindi arbeiten wir daran, Pufferzonen rund um den Bwindi Impenetrable National Park wiederherzustellen, die gleichzeitig Korridore für die Gorillas sind und die Lebensgrundlage für die Menschen vor Ort verbessern. Wenn diese bereits außerhalb des Parks Medizin, Feuerholz und Rohstoffe für ihr Handwerk finden, haben sie keinen Grund, Bäume im Park zu fällen. Dieses Projekt schützt also Gorillas und Menschen gleichermaßen.
Fährten lesen
Manchmal zeigen uns auch nur Pfotenabdrücke, dass ein bestimmtes Tier in unserem Projektgebiet unterwegs ist:



Jaguarspuren in Brasilien – IPÊ; Sumatra-Tiger-Abdruck in Indonesien – FKL; Braunbärspuren in Rumänien – TransyImagica
Deine Unterstützung zählt
Bäume zu pflanzen, ist kein Selbstzweck. Sie bieten Nahrung für hungrige Bären, bilden eine Brücke für Lemuren oder ein neues Zuhause für eine Primatenfamilie. Die Rückkehr dieser faszinierenden Tierarten macht den Erfolg unserer gemeinsamen Anstrengungen greifbar.
Nichts davon wäre möglich ohne unsere unglaublichen Partner vor Ort, die Menschen, die die einzelnen Setzlinge einpflanzen und beobachten, und Ecosia-Nutzer*innen wie dich.
Stell dir doch bei deiner nächsten Suche einen Jungbären vor, der sich gerade in einem Hain den Bauch vollschlägt, einen Jaguar, der sich frei durch einen Korridor im Atlantischen Regenwald bewegt, oder ein Rotsteißlöwenäffchen, das von einer Baumkrone zur nächsten springt. Mit unseren täglichen Suchen sorgen wir gemeinsam für mehr Wildnis in der Welt.