Wir haben gerade einen neuen Meilenstein erreicht: Wir stellen unseren Nutzer*innen in Deutschland nun Suchergebnisse von EUSP zur Verfügung!
EUSP (European Search Perspective) ist unser Joint Venture mit Qwant zum Aufbau eines europäischen Suchindexes. Letztes Jahr haben wir damit begonnen, Nutzer*innen in Frankreich Ergebnisse bereitzustellen, und nun freuen wir uns, auch in Deutschland live zu gehen. Es werden keinen großen Unterschiede bemerkbar sein – aber dies ist ein großer Schritt in Richtung digitaler Souveränität.
Suchergebnisse werden von nur zwei Unternehmen kontrolliert
Ein Suchindex ist wie eine riesige digitale Bibliothek, eine Datenbank, aus der Suchmaschinen Informationen abrufen, organisieren und bewerten, um sicherzustellen, dass du effizient findest, was du suchst.
Aber hast du schon einmal darüber nachgedacht, woher deine Suchergebnisse stammen? Wusstest du, dass fast alle Suchanfragen in Europa von zwei außereuropäischen Unternehmen bedient werden? Nur weil dies hinter den Kulissen geschieht, heißt das nicht, dass es kein großes Problem ist.
Stell dir vor, du gehst in einen Food-Court mit Dutzenden verschiedener Restaurants, aber im Hintergrund kochen nur zwei oder drei Küchen alles. Es sieht zwar so aus, als gäbe es viele Optionen, doch in Wirklichkeit wird das Essen von wenigen Betreibern produziert, die entscheiden, was zubereitet wird und wie gut es ist.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat festgestellt, dass Medienpluralismus eine Voraussetzung für Demokratie ist. Wenn dieser untergraben wird, gibt es nicht weniger Verkaufsstellen, die dir das Essen servieren, sondern weniger Küchen hinter der Theke.
Gehen wir nun noch einen Schritt weiter. Wenn eine dieser Küchen beschließt, dich nicht mehr zu bedienen, oder von jemandem angewiesen wird, ihre Türen zu schließen, gibt es keinen Ersatz. Dies stellt ein großes Risiko für Europa dar: Kritische Infrastruktur (oder die „Küchen“ hinter den Ladenfronten) liegt in den Händen einiger weniger Betreiber, die den Zugang von einem Moment auf den anderen unterbinden könnten.
Das ist nicht nur eine hypothetische Möglichkeit. Es ist kürzlich geschehen, als die US-Regierung den Export von Anthropic-KI-Software an Nicht-US-Bürger verbot – ein äußerst besorgniserregendes Beispiel dafür, wie der Zugang zu Technologie als Kontrollmittel eingesetzt wird, wodurch ein beunruhigender Präzedenzfall geschaffen wurde.
Ausbau unseres in Europa ansässigen Suchindexes
Wir glauben fest daran, digitale Souveränität für Europa aufzubauen, damit wir Pluralismus fördern und weniger von ausländischer Technologieinfrastruktur abhängig sind. Dies ist einer der Gründe, warum wir gemeinsam mit Qwant EUSP ins Leben gerufen haben. Es verschafft uns mehr Unabhängigkeit und die Möglichkeit, den Dingen Vorrang zu geben, die für uns und unsere Nutzer wichtig sind.
Der Suchindex ist eine umfassende Datenbank mit Websites und digitalen Inhalten, die alternative Ergebnisse nicht nur für kleinere Suchmaschinen, sondern auch für Start-ups sowie die europäische Daten- und KI-Branche bereitstellt. Wir haben im vergangenen Jahr damit begonnen, EUSP-Suchergebnisse in Frankreich bereitzustellen, wo mittlerweile der Großteil unseres Traffics über EUSP generiert wird. Wir werden unsere Aktivitäten in Deutschland weiter ausbauen und bis Ende des Jahres den Großteil der deutschen Suchanfragen beantworten.
Mehr Wettbewerb und Vielfalt sind für alle von Vorteil
Durch den Aufbau unseres eigenen Suchindexes verfügen wir – und andere kleinere Suchmaschinen – nun über eine weitere „Küche im Hintergrund“, die wir selbst steuern können. Wir können unseren Nutzern vielfältige Perspektiven bieten, mehr Wettbewerb für alle Marktteilnehmer schaffen und größere Innovationen vorantreiben. Außerdem unterstützen wir den digitalen Pluralismus in Wachstumsbereichen wie der KI und stellen eine unabhängige und sichere Datenbasis für die Entwicklung europäischer Produkte bereit.
In Europa entwickelt und gehostet
Der Index von EUSP wird in Europa gehostet und entspricht somit den strengen europäischen Vorschriften, einschließlich der DSGVO – wodurch der Datenschutz Vorrang hat und Wahlfreiheit gewährleistet wird. Einfach ausgedrückt: Deine Daten bleiben dort, wo sie gesetzlich geschützt sind, nämlich unter EU-Gerichtsbarkeit und in EU-Rechenzentren.