4 Beispiele wie Bäume Armut bekämpfen

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Wir werden hin und wieder gefragt, warum wir nicht lieber Menschen in Not helfen, statt Bäume zu pflanzen. Ganz ehrlich: Wir sind unglaublich froh, dass wir diese Wahl nie treffen mussten. Es mag vielleicht nicht auf den ersten Blick offensichtlich sein, aber Aufforstung und die Unterstützung bedürftiger Menschen sind eng miteinander verbunden. Die Weltbank schätzt sogar, dass Wälder die Existenzgrundlage für ganze 90% der 1,2 Milliarden Menschen liefern, die in extremer Armut leben. Hier kommen vier Beispiele.

1. Landwirtschaft

Bäume reichen mit ihren Wurzeln tief in die Erde hinab, absorbieren Grundwasser, reinigen es auf dem Weg in die Spitzen und lassen es durch ihre Blätter verdunsten. Die Feuchtigkeit ballt sich in der Luft zu Wolken zusammen, bevor sie in Form von Niederschlägen auf die Erde zurückfällt. Dieser grundlegende Wasserkreislauf ist quasi die Grundlage für jedwede Art von Landwirtschaft.

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Aber die Landwirtschaft braucht auch gesunde Böden. Bäume schützen die Erde mit ihren Wurzeln vor Erosion. Sie regulieren die Temperatur in der Luft und am Boden und versorgen die Feldfrüchte mit Feuchtigkeit. Sie verhindern die Versalzung der Böden, schirmen die Ernte vor starken Winden ab und produzieren Nährstoffe für alles, was rings um sie wächst und gedeiht. Indem sie Bienen und anderen bestäubenden Insekten Lebensraum bieten, tragen sie außerdem zur Befruchtung der Feldfrüchte bei.

Die Agroforstwirtschaft spielt eine wichtige Rolle bei all unseren Baumpflanzprojekten. Bevor wir zum Beispiel mit unserer Arbeit in Burkina Faso begannen, litten die örtlichen Gemeinden unter den Folgen der zunehmenden Trockenheit der Böden, auf denen kaum etwas wachsen wollte. Aber als die Menschen die ersten Schösslinge setzten und nach der Vallerani-Technik mit Kräutern umpflanzten, wurden die Böden nach und nach weicher. Bei unserem Besuch vor Ort im vergangenen Oktober gab es dann sogar noch einen Grund zur Freude: Es regnete!

2. Forstprodukte

Wälder liefern den in ihrer Nähe lebenden Menschen eine Vielzahl an Produkten, von Nüssen, Beeren und Früchten über Kräuter und Gewürze bis zu Biotreibstoffen, Gummi, Öl, Kork, Torf und Kautschuk. In Peru, wo wir das Aufforstungsprogramm Pur Projet unterstützen, generieren diese Forstprodukte höhere Nettoerträge pro Hektar, als es die Verarbeitung der Bäume zu Schnittholz tun würde.

Nach der Weiterverarbeitung dieser Forstprodukte vervielfacht sich ihr Wert. Daher unterstützen wir seit Kurzem auch die indonesische Stiftung Gunung Saran Lester Foundation. Unser gemeinsames Ziel ist der Aufbau der abfall- und emissionsfreien Tengkawang-Fabrik, die eine nachhaltige Alternative zu Palmöl darstellt. Außerdem wollen wir das gemeinschaftlich organisierte Village Hub aufbauen, in dem wertvoller Zuckersirup gewonnen wird. Die Möglichkeit des Verkaufs dieser Produkte befreit die armen Gemeinden vor Ort von dem Zwang, ihr Land an die multinationalen Palmölkonzerne verkaufen zu müssen.

3. Anpassung an den Klimawandel

Der Klimawandel trifft mit den armen Gemeinden diejenigen am härtesten, die ihn am wenigsten mitverschulden. Unvorhersehbare Niederschläge, Hitzewellen und Wirbelstürme sind direkte Folgen der Erderwärmung und zerstören die Felder, von denen das Überleben der Menschen vor Ort abhängt.

Die lindernde Wirkung von Bäumen auf den Klimawandel ist weithin anerkannte Tatsache. Bäume absorbieren das Kohlenstoffdioxid der Luft und setzen im Gegenzug Sauerstoff frei, den wichtigsten Grundbaustein allen Lebens. Aber Bäume helfen den Landwirten auch auf lokaler Ebene bei der Anpassung an den Klimawandel. Durch die Umpflanzung von Feldern entstehen Mikroklimata, die die Feldfrüchte vor unregelmäßigen Niederschlägen und extremen Temperaturen schützen.

Die wunderbaren Effekte dieser Superkraft der Bäume – der Erzeugung klimatischer Pufferzonen – konnte man ganz deutlich bei unserem Baumpflanzprojekt in der Region San Martín in Peru beobachten. Das Gebiet wurde in den 1980er-Jahren im großen Stil gerodet, und vor der Wiederaufforstung litten die lokalen Kakaopflanzen unter unvorhersehbaren Regenfällen und zu wenig Schatten. Heute werden die Kakaofelder von Pino Chuncho-Pinien, Bäumen der Art Acrocarpus und vielen anderen schattenspendenden Pflanzen geschützt, und die Kakaoernten – für viele Kleinbauern vor Ort einzige Einnahmequelle – sind bereits ertragreicher geworden.

4. Faire Löhne für Mitarbeiter der Baumpflanzprojekte

Die Aufforstungsprojekte, die wir unterstützen tragen auch ganz direkt zum Kampf gegen die Armut bei: Sie garantieren den beteiligten Menschen vor Ort faire Löhne für ihr Engagement, unabhängig von ihrem Geschlecht oder ihrer sozialen Stellung. Die aktive Integration der lokalen Gemeinden ist nämlich nicht nur wichtig für den ethischen Anspruch unserer Projekte, sondern auch für ihren langfristigen Erfolg.

Unser Baumpflanzprojekt in Madagaskar wird von Eden Projects betreut und konzentriert sich in einem der ärmsten Länder Welt bewusst auf eine Region, in der stabile Arbeit und zuverlässige Arbeitgeber Mangelware sind. Das Einkommen aus der Mitarbeit am Projekt hat den Menschen geholfen, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen: Sie konnten eigenes Land kaufen, in die eigene Gesundheit investieren und ihre Kinder zur Schule schicken.

Ihr seht: Wenn ihr Ecosia verwendet, unterstützt ihr nicht nur das Pflanzen neuer Bäume und den Umweltschutz. Ihr sät auch die Samen für eine sichere und gesunde Zukunft für die Menschen, die es am dringendsten benötigen.