Welchen Einfluss hat Palmöl auf Menschen? Eine Reportage.

Palmöl ist das allgegenwärtigste Produkt der Industrie. Es ist einfach überall – in unserem Essen, unserer Kosmetik und sogar in unserer Kleidung. Alternativen zu Palmöl zu finden ist nicht einfach. Vier Millionen Menschen, die in Indonesien auf dem Land leben, sind unmittelbar davon abhängig und weitere schätzungsweise 17 Millionen verdienen durch diesen Sektor ihren Lebensunterhalt – und dabei ist Malaysia noch nicht mal berücksichtigt.

Die Menschen hinter dem Palmöl: Nayla

„Als ich das erste Mal einen Wald sah, war ich 23“. Nayla Azmi ist die Kommunikationsleiterin des Orang-Utan Informationszentrums (OIC), eine NGO, die mit der Sumatra Orang-Utan Society (SOS) kollaboriert, Ecosias Baumpflanz-Partner in Sumatra. „Ich wurde auf einer Palmölplantage geboren, weil meine Eltern damals auf einer Palmölplantage lebten.“

Aus 25% des indonesischen Regenwaldes sind Palmöl-Monokulturen geworden. Für viele Generationen, auch der, die Nayla angehört, bedeutet „Wald“ das Gleiche wie Plantage. „Uns wurde in der Schule nicht viel über Wälder beigebracht. Das Einzige, was ich mein ganzes Leben lang zu sehen bekam, waren Palmöl-Plantagen. So war es dann einfach – das hier ist mein Zuhause“.

Sie wehrte sich gegen Familientraditionen und die Erwartungshaltung an sie als Frau und entschied sich ihr Dorf zu verlassen, um an der Universität in Sumatras Hauptstadt Medan zu studieren. Während ihrer Studienzeit hörte sie zufällig einen Vortrag des OICs, der an ihrer Universität gehalten wurde. In diesem Vortrag wurde ihr plötzlich klar: ein echter Wald hatte in keinster Weise Ähnlichkeit mit ihrer Heimat.

Etwas blühte in ihr auf.

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Neugierig darauf, das sattgrüne Paradies, welches sie an dem Tag auf Bildern sah, selbst zu erleben, folgte sie einige Jahre lang der Organisation, der sie heute angehört.

„Ich bewarb mich als Freiwillige, aber damals hatten sie noch keine Projektplätze für Freiwillige. Ich gab nicht auf und fand bei anderen Naturschutzorganisationen Gelegenheiten mich ehrenamtlich zu engagieren. Wie es das Schicksal wollte, Dann hat das Universum darauf hingewirkt und ich lernte [den OIC-Gründer] bei einem Jugendaustauschprogramm kennen, der mir dann für 2013 eine Freiwilligenstelle anbot.“

Doch der Schlüsselmoment, der all ihre Zweifel über ihre Entscheidung in Luft auflösen ließ, war der Tag, an dem sie auf ihre erste Rettungsmission beim OIC ging. „Ich sah diesen Orang-Utan in voller Farbpracht in der Sonne stehen… und ich wusste, dass ich mein Bestes tun musste, um dieses majestätische Geschöpf zu beschützen“, sagt Nayla.

Trotz der Schwierigkeiten, denen Nayla als Frau in einer von Männern dominierten Welt des Umweltschutzes begegnet, lässt sie sich nicht einschüchtern. „Ich bin glücklich. Noch nie war mein Leben so erfüllt wie heute. Ich bereue meine Entscheidung in keinster Weise“, sagt Nayla.

Es sind die Rettungsmissionen, die ihre männlichen Kollegen ihr nicht ganz zutrauen. „Sie glauben, dass ich nicht stark genug wäre, um mit dem was wir sehen, fertig zu werden“, sagt Nayla. Es sind ähnliche Strukturen, die wir hier bei Ecosia schon in vielen Gemeinschaften überall auf der Welt beobachtet haben, bei denen Frauen oft trotz ihrer tragenden Rolle bei der Verwirklichung und manchmal sogar bei der Entstehung von Projekten, untergraben werden.

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Die Antwort auf das Palmöl

Nayla muss sich auch gegen den Druck ihrer Familie wehren. Die Palmölindustrie ist das natürliche Habitat ihrer Familie, scherzt sie manchmal. Dass die älteste Tochter aktiv dafür kämpft, die Industrie, so wie sie heute ist, zu zerlegen, ist nur schwer verdaulich.

„Wir müssen Lösungen finden, und die Lösung ist es, Druck auf Unternehmen auszuüben, damit sie eine stärkere Bereitschaft zeigen den Naturschutz zu erhalten und ihre Plantagen nachhaltiger machen.“, sagt Nayla.
Der Boykott allein wird nicht ausreichen, da ist sie sich sicher.

Stattdessen, „müssen wir Menschen darin bestärken, Alternativen zu finden. Es liegt in unserer Verantwortung, gemeinsam nach einer zukunftsfähigen Alternative zu Palmöl nachzudenken.”

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Deswegen forsten wir bei Ecosia mit dem Geld, das durch deine Suchanfragen generiert wird, ehemalige Palmölplantagen wieder auf. Auf Borneo hilft Ecosia außerdem dabei, alternative Einkommensmöglichkeiten zu Palmöl zu schaffen.

Bauern eine alternative Einkommensquelle, wie bespielsweise die Tenkawang-Nuss zu bieten, hilft sowohl ihnen als auch der Natur. Die Baumart, die diese Frucht trägt, gedeiht nur in artenreichen Wäldern, was jeglichen Anreiz für den Anbau einer Monokultur verhindert.

Darüber hinaus ist die Nuss dieses Baumes sehr nahrhaft und kann somit von der Lokalbevölkerung zum Kochen verwendet werden. Durch ihren Ölgehalt ist die Tenkawang-Nuss auch als „grüne Butter“ bekannt und kann ebenso in der Kosmetik oder als Biokraftstoff eingesetzt werden, was Palmöl wiederum überflüssig macht.

Leider sind diese Bäume weniger effizient als die Bäume, aus denen sich Palmöl produzieren lässt. Dennoch stellen sie zweifellos einen Teil der Lösung dar, um die Quellen von Öl für Lebensmittel und Kosmetik zu diversifizieren und die Regenwälder sowie die Tierwelt Indonesiens nicht länger zu bedrohen.

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_N114939Der Tenkawang-Baum und seine Nuss: eine Alternative zu Palmöl?

„Jeder kann sich aktiv am Naturschutz beteiligen, indem er nur seine Finger bewegt und Ecosia nutzt. Du weißt gar nicht was das allein bewirken kann, wenn es richtig umgesetzt wird.“, sagt Nayla.

Wir brauchen deine Hilfe, um Indonesien wieder aufzuforsten und seinen noch existierenden Regenwald, in dem die vom Aussterben bedrohten Sumatra- und Borneo-Orang-Utans leben, zu beschützen.

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