Eure Suchanfragen für Äthiopien

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Jenseits der Berge von Dilla, im südlichen Teil Äthiopiens, sind nach mehr als hundert Jahren die ersten Zebras ins Tal zurückgekehrt. Der Sofe-Fluss führt auch in der Trockenzeit wieder Wasser. Kaffeepflanzen gedeihen prächtig unter Schatten spendenden Bäumen. Kinder machen sich bereit für die Schule. In einer Baumschule wachsen zehntausend Baumsetzlinge heran.

Diese Setzlinge wurden von Euren Suchanfragen finanziert. Ecosia hat sich mit Green Ethiopia zusammengeschlossen, einer Nichtregierungsorganisation (NRO) mit ökologisch-humanitärer Ausrichtung, die sich seit 15 Jahren unter Einbeziehung der Dorfgemeinschaften vor Ort für die Aufforstung verödeter Landstriche einsetzt.

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Als wir im November dieses Jahres in Äthiopien landeten, hatten wir noch keine Vorstellung von dem, was uns erwartete. Wir ahnten noch nichts von den überwältigenden Erkenntnissen, die wir erlangen, von den großartigen Menschen, die wir kennenlernen würden. Vor allem aber hätten wir uns niemals träumen lassen, wie viel durch eure Suchanfragen möglich sein würde.

Eure Suchanfragen haben dazu beigetragen, das Kulba Gode-Tal im Norden Äthiopiens aufzuforsten.

In Siqu Ayo haben Frauen sich zusammengeschlossen, um einen Wald anzupflanzen und auf diesem Wege ihr Dorf nachhaltig vor Versteppung, Bodenerosion und Wassermangel zu schützen. Wälder, erklärten uns diese Frauen, seien auch von politischer Bedeutung. Wälder würden über Krieg und Frieden entscheiden: Der Mangel an sauberem Trinkwasser und fruchtbarem Boden sorge immer wieder für Unruhen im Land. Seien die Ressourcen knapp, würde erbittert darum gekämpft.

ethiopia-2Das Aufforstungsprojekt hat die Bodenqualität bereits spürbar verbessert.

Inmitten der Fasi-Berge, wo die Tigray-Stämme in Steinhäusern leben, wurden wir von jedem einzelnen Mitglied der Aufforstungsgemeinschaft persönlich begrüßt. Seit dieser Begegnung hat der Begriff “Gastfreundschaft” für uns alle eine völlig neue Bedeutung gewonnen.

Auf einem Berg in der Nähe von Bahir Dar trafen wir auf eine Gruppe landloser Jugendlicher, junge Bauern, die von ihren Vätern kein eigenes Land geerbt haben. Dank des von uns unterstützen Projekts können sie nun durch Erosion versandetes, unfruchtbares öffentliches Land aufforsten und bewirtschaften.

ethiopia-3Das Kollektiv erzeugt unter anderem Früchte, Honig und Setzlinge.

Als wir den Mount Gango bestiegen, war auf den ersten Blick erkennbar, dass eure Bäume, die von den lokalen Farmern auf dem Berghang gepflanzt worden waren, die landwirtschaftlichen Aktivitäten im Tal spürbar verändert haben. Natürlich wussten wir, dass Bäume hierzu in der Lage sind – das ist ja einer der Hauptgründe, weshalb Ecosia Aufforstungsprojekte unterstützt –, aber in einer der trockensten Regionen der Welt durch ein üppiges Tomatenfeld zu laufen, war dann doch eine nahezu unwirkliche Erfahrung.

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In Safa, einem Dorf in Südäthiopien, lernten wir Rohama und Nebiyu kennen. Vom ersten Händedruck an wussten wir, dass wir es mit einem kompetenten Team zu tun haben: zwei Menschen, unter deren Führung das Frauenkollektiv mit unermüdlichem Einsatz eine staubige Wüste in eine fruchtbare Agrarlandschaft verwandelt. Die beiden waren ein bereicherndes Beispiel dafür, dass es überall auf unserem Planeten Menschen gibt, die das Potenzial besitzen, auch mit begrenzten Mitteln Großes zu erreichen. Uns wiederum wurde ein weiteres Mal klar, dass es in unserer Verantwortung liegt, diese Menschen nach Kräften darin zu unterstützen, ihr Potenzial auch auszuschöpfen.

ethiopia-5Rohama (links) und Nebiyu (rechts)

Rohama und Nebiyu leiten ein Aufforstungsprojekt mit dem Ziel, grüne Oasen in einer besonders kargen Region zu schaffen. Die Frauen, die die Baumschule betreiben, investieren einen Teil ihres Gehalts in eigene Projekte wie Obstgärten oder Biogaserzeugung, die wiederum zusätzliche Einkünfte generieren. Wird jemand krank oder wird für ein Kind eine Schuluniform gebraucht, verfügen die Frauenkollektive über ausreichend Kapital, um sich gegenseitig zu unterstützen. Das Umland ist inzwischen bewaldet, der Fluss führt das ganze Jahr über Wasser, und der Kaffeeertrag der Region hat sich fast verdoppelt.

*Almaz ist Kaffeeerzeugerin und leitet eine der Frauenvereinigungen, die am Aufforstungsprogramm teilnehmen.*

Unser Aufenthalt in Äthiopien hat uns sehr deutlich vor Augen geführt, dass die von uns unterstützen Projekte nicht nur ökologischer, sondern insbesondere auch humanitärer Art sind. Sie haben uns ganz klar den kausalen Zusammenhang zwischen Bäumen und Wasser, Bäumen und Landwirtschaft und Bäumen und Frauenrechten gezeigt. In Äthiopien haben wir erkannt, wie leicht die Natur Schaden nehmen kann – aber auch, dass es sehr wohl möglich ist, verlorenen Landstrichen neues Leben einzuhauchen.