25.000 Bäume für Fridays for Future!

Weltweit gehen jeden Freitag Menschen für eine bessere Klimapolitik auf die Straße. Diese Bewegung trägt den Namen Fridays for Future und wurde von der Schwedin Greta Thunberg initiiert. Die junge Bewegung macht sich für eine bessere Zukunft stark und damit für uns alle. Wir von Ecosia finden das klasse und wollen sie dabei unterstützen. Deshalb haben wir für alle Teilnehmer des globalen Streiks am 15.03.2019 Bäume gepflanzt - als Dankeschön für ihren Einsatz! Unglaubliche 25.000 Menschen waren dort, das sind also 25.000 Bäume für Fridays for Future. Wir haben Ecosias Tree Planting Officer Pieter van Midwoud gefragt, wo diese Bäume nun stehen.

Aber bevor du das Interview mit Pieter liest, eine wichtige Info:

Am 24. Mai sind wieder Europaweite Fridays for Future-Demos. Damit der Klimawandel mehr Aufmerksamkeit erhält und so die Europa-Wahl am 26.05.2019 zur Klimawahl wird, müssen möglichst viele Menschen hingehen. Komm und streike mit uns! Hier findest du die Demos in deiner Nähe. Am besten kommst du zur Demo in Berlin. Denn auch dieses Mal versprechen wir, für jeden, der kommt, einen Baum zu pflanzen. Hilf uns den 25.000 Bäume-Rekord zu brechen.

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1. Pieter, du bist Ecosias Tree Planting Officer und koordinierst unsere Baumpflanzprojekte. Wo wurden die 25.000 Bäume für die 25.000 Fridays for Future Teilnehmer vom 15.03.2019 in Berlin gepflanzt?

Diese Bäume werden auf Madagaskar gepflanzt. Es werden vor allem Mangroven Bäume sein, die etwa 50 km nördlich der Stadt Mahajanga eingesetzt werden. Unser Projektpartner vor Ort heißt Eden Reforestation und wir arbeiten schon seit über 3 Jahren in Madagaskar mit ihnen zusammen. Gemeinsam haben wir so schon über 20 Millionen Bäume pflanzen können, die sich in über 2.000 Hektar Mangroven-Wald erschließen. Für die Experten: Ja, Mangroven werden in dieser hohen Dichte gepflanzt!

2. Wann werden sie dort gepflanzt?

In den meisten Ländern, in denen wir arbeiten, gibt es keine Jahreszeiten, wie wir sie aus Europa kennen, sondern vor allem Regen- und Trockenzeiten. Man sollte Bäume möglichst zu Beginn der Regenzeit pflanzen, so dass sie in ihren ersten sensiblen Monaten viel Kraft aus dem Wasser schöpfen. Bei Mangroven ist das aber anders, denn Mangroven können ihren Wasserbedarf durch das salzige Meerwasser decken, das sie umgibt - das ist sehr ungewöhnlich! Aufgrund dessen können sie fast das ganze Jahr über gepflanzt werden, außer natürlich zur Hurrikan-Saison.

Wir haben uns entschieden, die Bäume am gleichen Monat des Streiks, an dem wir teilnahmen, zu pflanzen. Die 25.000 Fridays for Future Bäume sind jetzt also alle schon in der Erde und schlagen fleissig Wurzeln.

3. Welche Bäume werden wir in Madagaskar pflanzen und warum gerade diese Baumart/en?

Auf Madagaskar pflanzen wir vier heimische und endemische Arten von Mangroven-Bäumen. Wir pflanzen Mangroven, weil diese Baumspezies natürliche Mangrovenwälder in diesem Teil der Insel bildet. Viele der Mangroven auf Madagaskar wurden durch illegales Roden zur Gewinnung von Holzkohle zerstört. Von den Menschen, die vorher die Bäume abgeholzt haben, helfen nun viele bei den Pflanzungen. Madagaskar ist ein extrem einkommensschwache Land und es ist wichtig, dass Menschen Arbeit finden, mit der sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Die Spezies, die wir pflanzen heißen:

  • Bruguiera gymnoohiza (Tsitolomy)
  • Ceriops tagal (Onko)
  • Rhizophora mucronata (Onko Lay)
  • Avicinia marina (Afiafy)

Mangroven Bäume sind lebensnotwendig für Mensch und Natur, weshalb Ecosia so bemüht darum ist, dieses Waldsystem zu unterstützen. Für die Menschen besteht ein Hauptnutzen der Mangroven darin, dass sie die Küsten und Ufer vor Überschwemmungen schützen, während sie gleichzeitig der Laichort der Fische ist, von denen die Menschen sich ernähren. Für die Natur sind Mangroven wichtig, weil dort die Fische wie beschrieben laichen und die jungen Fische ihre erste Zeit im Schutz der Mangrovenwurzeln verbringen. Außerdem sind Mangroven richtige Stars im Kampf gegen den Klimawandel. Die Mangroven, die Ecosia bisher gemeinsam mit Eden Reforestation gepflanzt hat, werden etwa 72.000 Tonnen mehr CO2 speichern als andere Waldsysteme der gleichen Größe.

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4. Wer sind die Menschen, die diese Bäume pflanzen?

Die Menschen, die in unserem Projekt in Madagaskar die Mangroven pflanzen, leben in den umliegenden Dörfern. Es sind Männer und Frauen, wobei Frauen die Mehrheit bilden. Jeden Morgen steigen sie in ein Boot, mit dem sie zum Pflanzgebiet fahren. Die Arbeit im Pflanzprojekt ist eine Möglichkeit, die Frauen in diesem männerdominierten und sehr einkommensschwachen Land durch ein eigenes Einkommen in ihrer Unabhängigkeit zu bestärken.

5. Ecosia pflanzt Bäume weltweit, nicht nur in Madagaskar und so sind es mittlerweile schon über 55 Millionen Bäume. Es werden jährlich viele Milliarden Bäume durch die Industrie abgeholzt, warum ist es so wichtig trotzdem nicht aufzugeben und Aufforstung zu betreiben?

Die Leben von über einer Milliarde Menschen sind abhängig von Bäumen. Bäume sind auch das tragende Gerüst der meisten biodiversen Ökosysteme dieses Planeten. Und, Bäume speichern Milliarden Tonnen CO2. Leider ist es mit Bäumen wie mit den meisten Dingen: Man vermisst sie erst, wenn sie schon fehlen.

Viele ländliche Gegenden heutzutage möchten die Bäume zurück in ihre Landschaften bringen, um Wasser zu speichern, um die Blätter als Tierfutter zu nutzen, um Böden wiederherzustellen und um Bodenerosion zu verhindern. Ecosia hilft solchen Gemeinden, dieses Vorhaben zu realisieren und so, eine bessere Zukunft für ihre Kinder zu gestalten.

Andernorts werden Menschen leider reich, weil sie Bäume abholzen. Ecosia nutzt seine sozialen Kanäle um auch darauf aufmerksam zu machen und wie Konsumverhalten auf solche Prozesse EInfluss nehmen kann, zum Beispiel indem man weniger Fleisch isst und auf nicht nachhaltig produzierte Palmölprodukte verzichtet.

Wenn Ecosia und Ecosias User sich von den Milliarden Bäumen, die jährlich abgeholzt werden, hätten abschrecken lassen, würden die über 55 Millionen Ecosia Bäume, die das Leben der Menschen vor Ort und unseren Planeten nachhaltig prägen werden, heute nicht stehen.

Pieter_smallPieter van Midwoud, Ecosias Tree Planting Officer.

6. Du arbeitest schon seit über 12 Jahren im Bereich von Aufforstung und Klimaschutz. Wir pflanzen die 25.000 Bäume für Fridays for Future. Was denkst Du über diese Bewegung und ihre Forderungen an die Politik?

Durch meine langjährige Arbeit in diesem Bereich kann ich mit Sicherheit sagen: Es gibt viele Gründe nicht allzu optimistisch zu sein.

Regenmuster ändern sich, die ersten Klimaflüchtlinge klopfen an die Türen der Länder, die von den Folgen des Klimawandels bisher nur wenig bedroht waren. Große Firmen versprechen auf Abholzung in ihrer Wertschöpfungskette zu verzichten, aber sie scheitern daran, auch an diese Versprechen zu halten. Politiker und Politikerinnen treffen Übereinkommen, die bei weitem nicht ambitioniert genug sind, um das Problem wirklich anzugehen und halten sich dann nicht an das Abkommen.

Also ja, wir sind dabei der nächsten Generation ein gewaltiges Problem zu hinterlassen und sie haben absolut Recht damit, das nicht zu akzeptieren.



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