Kartoffeln, Wälder, Klimaschutz: Dieses Rezept geht auf

Stell dir das mal vor: 4.000 Tonnen einwandfreie Kartoffeln – und niemand weiß wohin damit. Das entspricht ungefähr dem Gewicht von 800 Elefanten. Oder genug Kartoffeln, um ganz Berlin gleich mehrfach mit Kartoffelpuffern zu versorgen.

Genau vor dieser Situation stand Osterland, ein landwirtschaftlicher Betrieb südlich von Leipzig, an dem wir beteiligt sind. Dank idealer Wetter- und Bodenbedingungen im Jahr 2025 fiel die Kartoffelernte außergewöhnlich gut aus. Eigentlich eine großartige Nachricht. Doch unser Ernährungssystem ist nicht darauf ausgelegt, mit Überfluss umzugehen. Ohne Unterstützung wären tausende Tonnen bester Kartoffeln schlicht im Abfall gelandet.

Als deutsches Unternehmen fühlten wir uns diesen Kartoffeln besonders verpflichtet – und haben beschlossen zu handeln. Gemeinsam mit der Berliner Morgenpost verteilen wir die Kartoffeln in der Hauptstadt. Eine komplette LKW-Ladung mit 20 Tonnen geht direkt an Menschen in Not, über die Berliner Tafel.

Bei dieser Aktion geht es um mehr als nur darum, Knollen zu retten. Sie macht sichtbar, wie kaputte Systeme Lebensmittelverschwendung überhaupt erst verursachen – und zeigt, was möglich ist, wenn wir es anders machen.

Warum wir in landwirtschaftliche Betriebe investieren

Ecosia investiert 100 % seiner Gewinne in den Klimaschutz – und das bedeutet mehr als Bäume zu pflanzen.

Wir waren frühzeitig an Osterland beteiligt und halten heute 1 % des Betriebs. Osterland steht inzwischen für die weltweit größte Umstellung von konventioneller Landwirtschaft auf Bioland-zertifizierte ökologische Bewirtschaftung: 5.700 Hektar im Wandel.

Warum wir in Höfe investieren? Weil industrielle Landwirtschaft einer der größten Treiber von Abholzung ist und rund 30 % der globalen Treibhausgasemissionen verursacht. Wie wir unsere Lebensmittel produzieren, hängt direkt mit dem Zustand unserer Wälder, unserer Böden – und letztlich unseres Planeten – zusammen.

Regenerative Landwirtschaft kehrt diesen Trend um. Sie verbessert die Bodengesundheit, erhöht die Wasserspeicherfähigkeit, steigert die Nährstoffqualität unserer Lebensmittel und kann sogar CO₂ aus der Atmosphäre binden. In Kombination mit Aufforstung könnten solche Ansätze einen Großteil der Emissionen aus dem letzten Jahrhundert wieder ausgleichen.

Die Verbindung zwischen Kartoffeln und Wäldern (ja, die gibt es wirklich!)

Eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte: Für jeweils 16 kg Kartoffeln, die anstelle der gleichen Kalorienmenge aus mit Soja gefüttertem Hähnchenfleisch gegessen werden, bleibt ein Baum stehen.

Bei 4.000 Tonnen Kartoffeln entspricht das 250.000 Bäumen, die nicht für den Anbau von Tierfutter gerodet werden müssten.

Der Umstieg auf eine stärker pflanzenbasierte Ernährung ist nicht nur gut für die eigene Gesundheit – er gehört zu den wirksamsten Hebeln gegen die Abholzung tropischer Wälder. Die Kartoffelverteilung in Berlin macht diesen Zusammenhang ganz konkret erlebbar.

Wenn Überfluss zu Abfall wird

Der Kartoffelüberschuss legt ein grundlegendes Problem offen: Märkte allein können Ernährung nicht immer sinnvoll steuern. Wenn Ernten besser ausfallen als erwartet, wird perfektes Essen vernichtet, weil unsere Systeme darauf nicht vorbereitet sind. Gleichzeitig haben viele Menschen weiterhin keinen verlässlichen Zugang zu gesunden, nachhaltigen Lebensmitteln.

Genau deshalb sind Initiativen wie die Berliner Kartoffelaktion so wichtig. Sie zeigen, was möglich ist, wenn Organisationen zusammenarbeiten, um Verschwendung zu verhindern und Städte nachhaltig zu versorgen. Doch Einzellösungen reichen nicht aus. Es braucht politische Rahmenbedingungen, die Gemeinschaften stärken und gesunde, nachhaltige Ernährung für alle zugänglich und bezahlbar machen.

Klimaschutz, der tiefer geht als Bäume

Bäume zu pflanzen bleibt ein zentraler Teil von Ecosias Mission. Doch um die Klimakrise wirklich anzugehen, müssen wir ihre Ursachen bekämpfen – und die industrielle Landwirtschaft gehört zu den größten davon.

Mit unserer Unterstützung für die Umstellung auf regenerative Landwirtschaft bei Osterland und der Rettung von 4.000 Tonnen Bio-Lebensmitteln zeigen wir, wie ganzheitlicher Klimaschutz aussehen kann.

All das ist nur möglich, weil Menschen wie du Ecosia nutzen. Bleib dran und folge unseren Social-Media-Kanälen für Updates zu #Potatogate.

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