Rekord: 5 Millionen Suchanfragen in Deutschland an einem Tag

Wir haben einen neuen Rekord erreicht: Am 30.3. haben die Ecosia User in Deutschland über 5 Millionen Suchanfragen gestellt.  

Ich kümmere mich bei Ecosia um die deutschsprachige Kommunikation. Gerade in Deutschland haben wir einen sehr großen Teil unserer User, viele sind uns schon seit Jahren, manche sogar seit fast einem Jahrzehnt treu. Dass wir jetzt über 5 Millionen Suchanfragen erreicht haben, wollte ich daher mit dir teilen. Und ich möchte sagen: Danke für deine Unterstützung!

Nun fällt dieses tolle Ereignis in eine sehr seltsame Zeit. Wir haben hier schon geschrieben, welchen Einfluss Corona auf unsere Einnahmen und unsere Baumpflanzungen hat. Aber auch der neue Rekord hängt damit zusammen.

Denn wir bleiben zu Hause. Um die Ansteckungsrate zu verringern und damit schwere Verläufe von COVID-19, wie sie bei Risikogruppen und auch gesunden Menschen vorkommen können. Um das Gesundheitssystem zu entlasten und dadurch dazu beizutragen, dass schwere Verläufe auch weiterhin medizinisch begleitet werden können.

Und weil wir zu Hause bleiben, sind wir vermutlich auch mehr am Handy und am Computer. Auf mich trifft das zumindest zu. Ich informiere mich, arbeite, lenke mich ab, mache Sport und pflege den Kontakt zu Menschen, die mir wichtig sind - alles über Handy und Laptop. So geht es gerade wahrscheinlich vielen Menschen und das sehen wir nun auch in unseren Suchanfragen.

Es freut uns alle bei Ecosia, dass trotz der aktuellen Krise Menschen weiterhin Ecosia als Suchmaschine wählen und einen Beitrag zu einer grüneren Erde leisten möchten. Aber es hat doch auch einen Beigeschmack, der die Freude trübt. Wie du vielleicht schon gelesen hast, sinken unsere Einnahmen und auch manche Baumpflanzungen müssen wegen Corona pausieren.

Aber nicht nur das. Diese Krise trifft uns alle, und manche besonders hart.

Mich persönlich beschäftigen die steigenden Zahlen von häuslicher Gewalt. Ich sorge mich um Menschen, die alleine wohnen, sich einsam fühlen oder unter Ängsten und Depressionen leiden. Und dann lese ich von den Lagern für geflüchtete Menschen auf Lesbos, wo es teilweise nicht mal fließend Wasser zum Händewaschen gibt und wo man den 2 Meter Abstand nicht wahren kann. Ich frage mich, wofür Europa nach dieser Krise stehen wird, wenn wir es nicht schaffen, vereint für unsere Werte von Menschlichkeit, Solidarität und Gemeinschaft gerade zu stehen, wenn wir es am meisten brauchen.

In diesem Kontext habe ich mich gefragt, ob es überhaupt angemessen ist diesen Rekord an Suchanfragen laut und freudig zu feiern. Ich kam zu dem Schluss, dass man sich auch in Krisen freuen darf, während man aber nicht vergessen sollte, worum es gerade wirklich geht. Daher teile ich diese Neuigkeit mit dir in Form dieses Artikels, den ich gerne mit einem Appell abschließen möchte:

Nutz die Zeit und bastel dir eine Maske, die du als Zeichen der Solidarität mit Pflegekräften und Risikogruppen tragen kannst. Unter der Aktion #maskeauf gibt es viele tolle Anleitungen.

Frage in deinem Wohnhaus, ob es jemanden gibt, der Hilfe braucht und melde dich öfter bei Menschen, die alleine wohnen. Das ist eine Zeit, wo wir alle zusammenhalten müssen.

Und, vergiss unsere Umwelt nicht. Die kann zwar gerade etwas aufatmen, aber solange die Emissionen nur punktuell und nicht dauerhaft runtergehen, wird dieser Effekt nicht helfen. Die drohende Rezession kann zu Einsparungen und einer Depriorisierungvon von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen führen. Und sinkende Ölpreise verlangsamen wahrscheinlich die Energiewende. Nach Corona darf nicht alles wieder zum Alten übergehen, denn dann stehen wir vor dem gleichen Emissionsproblem. Stattdessen können wir aus dieser Krise lernen, wie man politische Entscheidungen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse trifft, dem Überleben und der Gesundheit von Menschen oberste Bedeutung zukommen lässt, aus Solidarität mit anderen mal verzichtet und sich gemeinsam hinter effektive Maßnahmen stellen kann.

Daher zeig bitte auch jetzt, dass du dich weiter für unseren Planeten stark machst und auch nach Corona eine konsequente Klimapolitik forderst: Am 24.4.2020 ist der große internationale Klimaprotest von Fridays for Future - digital natürlich. Alle Infos gibt es hier.

Danke!


Hinweis zu Hilfehotlines und co:

Wer sich gerade in dieser Zeit besonders einsam, ängstlich, traurig oder bedrückt fühlt, findet bei der Telefonseelsorge anonym, kostenlos und rund um die Uhr ein offenes und freundliches Ohr: 116 123

Erfährst du häusliche Gewalt oder weißt von anderen Opfern? Es gibt auch in dieser Zeit viele telefonische und digitale Beratungsstellen. Zum Beispiel den weißen Ring: 116 006 und onlineberatung@weisser-ring.de. Bei Partnerschaftsgewalt gibt es das Hilfetelefon: 08000 116 016

Wenn du dich krank fühlst, seien es auch nur leichte Symptome, bleib zu Hause und vermeide Kontakt zu anderen. Bei deinem nächsten Gesundheitsamt und unter der Corona Hotline bekommst du weitere Informationen, wie auch auf der Website des Infektionsschutzes: 116117

Wenn du geflüchteten Menschen auf bspw. Lesbos und andererorts helfen möchtest, kannst du das auf politischer Ebene tun, indem du Initiativen wie die Seebrücke unterstützt. Zum Beispiel mit ihrer Social Media Kampagne #LeaveNoOneBehind. Oder aber du hilfst direkt, bspw. durch Spenden an Sea Watch, der Initiative für zivile Seenotrettung.



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